Knoten Bamberg

Das Projekt auf einen Blick

Der Bahnknoten Bamberg ist eine wichtige Mobilitätsdrehscheibe in der Region. Immer mehr Menschen fahren mit der Bahn und es werden immer mehr Güter auf der Schiene transportiert. Mit der Bahn können wir mobil sein, ohne Klima und Umwelt zu belasten. Allerdings trifft die stetig steigende Nachfrage auf ein überlastetes System. Das macht den Zugverkehr leider oft unzuverlässig und unpünktlich, auch in Bamberg und darüber hinaus.

Damit Menschen und Güter wieder pünktlich an ihr Ziel kommen, wird die Bahninfrastruktur der Welterbestadt in den kommenden Jahren saniert und ausgebaut. Im Auftrag des Bundes und des Freistaats Bayern packen wir in Bamberg an, um die Schieneninfrastruktur Deutschlands fit für die Zukunft zu machen. Denn von einer modernen und leistungsfähigen Infrastruktur profitieren wir alle - unsere Kinder und Enkel, die Wirtschaft und das Klima.

Neuer Haltepunkt Bamberg-Süd
Anbindung an das S-Bahn-Netz

Bahnsteige:
Angepasst und verlängert für reibungslosen Bahnbetrieb

Kreuzungsbauwerk:
Für konfliktfreie und leistungsfähigere Kreuzung von Bahnstrecken

Straßenbrücken:
Angepasst, verlängert und verbreitert

Moderne Technik:
Neue Oberleitungsanlage und Elektronisches Stellwerk

Eisenbahnbrücken:
Erneuert und erweitert auf vier Gleise

Aktuelles

Zahlen Daten Fakten

61

km Gleise (inkl. 2 km Hafengleise)

78

km neue Oberleitung

11

km Schallschutzwände

8,6

km Länge Bauabschnitt

1

neue Verkehrsstation

17

Brücken

1

Stellwerk

Das Projekt im Detail

In Bamberg erfolgt ein wichtiger Lückenschluss entlang der Aus- und Neubaustrecke Nürnberg – Berlin. Die bestehende, elektrifizierte Strecke wird von Strullendorf kommend von zwei auf vier Gleise erweitert.  In Zukunft haben schnelle und langsamere Züge dann eigene Gleise und behindern sich nicht mehr gegenseitig. Das erhöht die Kapazität und steigert die Zuverlässigkeit der Bahnverbindungen.

Der Knoten Bamberg selbst wird technisch vollständig erneuert. Zusätzlich werden die Gleisbeziehungen sowie Gleisanschlüsse in diesem Bereich optimiert.

Brücken für die Zukunft und eine S-Bahn-Station für den Süden

Sämtliche Brückenbauwerke im Ausbauabschnitt werden angepasst oder ganz neu gebaut. Die vorhandenen Brücken sind zu schmal und in die Jahre gekommen. Die neuen Brücken bieten Platz für zusätzliche Gleise und breitere Verkehrsbereiche. Für die Menschen vor Ort bedeutet das vor allem eines: mehr Platz, mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden und eine bessere Aufteilung des Verkehrsraums. Dabei bleiben wichtige Sichtachsen erhalten, auch die gewohnten Wegebeziehungen bestehen künftig weiter.

Im Süden der Stadt ist die neue S-Bahn-Station Bamberg-Süd geplant.

Karte Knoten Bamberg Brückenbauwerke

Sämtliche Brückenbauwerke im Ausbauabschnitt werden angepasst oder ganz neu gebaut.

Optimierte Bahninfrastruktur

Sämtliche Gleise und Weichen im Knoten Bamberg werden vollständig erneuert, ebenso die Oberleitungsanlagen sowie die Leit- und Sicherungstechnik.

Am nördlichen Ende des Bahnhofs bauen wir ein neues Überwerfungsbauwerk. Dabei handelt es sich um eine Eisenbahnbrücke, die Gleise über andere Gleise hinwegführt. Züge kreuzen sich somit nicht mehr auf gleicher Höhe, sondern fahren auf unterschiedlichen Ebenen übereinander hinweg. Das erhöht die Sicherheit und ermöglicht einen deutlich flüssigeren und zuverlässigeren Bahnbetrieb.

Modernste Technik, optimaler Schallschutz und weniger Stau

Die Strecke wird mit dem europäisches Zugsicherungssystem „European Train Control System“ (ETCS) ausgerüstet. Mit ETCS können Züge grenzüberschreitend sicher fahren, die Geschwindigkeit und der Abstand zwischen den Zügen wird automatisiert überwacht und geregelt. Das macht den Bahnverkehr schneller und effizienter. Im gesamten Ausbaubereich wird der Schallschutz optimiert. Die Bahnübergänge entlang der Strecke werden aufgelassen, angepasst oder durch Brücken ersetzt. Langes Warten und Rückstaus an diesen Verkehrskreuzungen gehören dann der Vergangenheit an.

Als Vorabmaßnahme wurden bereits im Jahr 2021 die Bahnsteige am Gleis 3 und an Gleis 4 um 30 Meter verlängert. Seither können dort auch unsere längsten ICE-Züge halten.

Mehr Informationen

Weitere ausführliche Informationen unter anderem zu den Themen Schall- und Erschütterungsschutz, Planfeststellungsverfahren, Grunderwerb, Umwelt- und Naturschutz u.v.m. sind in den FAQs zu finden. 

Dialog

In unserem Infozentrum direkt am Bahnhof Bamberg informieren wir an mehreren interaktiven Stationen über das Bauvorhaben. Für unsere kleinen Gäste gibt es eine Lese- und Spielecke rund um das Thema Bahn.

Das Infozentrum wird 2026 neu konzeptioniert und im Anschluss wieder geöffnet. In der Zwischenzeit können Sie das Zentrum im Rahmen eines virtuellen Rundgangs besuchen.

Unser Infozentrum

Infopunkt Bamberg 25.03.2022

Anschrift

DB Infozentrum Knoten Bamberg
Ludwigstraße 8
96052 Bamberg

Virtuelle Tour

Virtuelle Tour Screenshot

Hier geht es zum virtuellen Rundgang durch das Infozentrum:

Zum Rundgang

Fragen und Antworten

Große Infrastrukturprojekte erfordern einen hohen Planungsaufwand. So wird sichergestellt, dass alle technischen, verkehrlichen, betrieblichen und finanziellen Aspekte berücksichtigt werden. Die unterschiedlichen Planungs- und Bauphasen (die sogenannten „Leistungsphasen 0 - 9") werden hier dargestellt:

0. Projektidee & 1. Grundlagenermittlung

  • Verkehrliche und betriebliche Aufgabenstellung wird erstellt
  • Grobterminplan und Grobkostenschätzung

2. Vorplanung

  • Variantenuntersuchung und -entscheid
  • Schalltechnische Voruntersuchungen
  • Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung

3. Entwurfsplanung

  • Konkretisierung der Vorplanung (Kostenberechnung und Terminplan)
  • Baugrunduntersuchungen (Geologie, Hydrogeologie, Hydrologie)
  • Erarbeitung exakter technischer Pläne
  • Verhandlungen mit Behörden über Genehmigungsfähigkeit und Kostenschätzung
  • Detaillierte Beschreibung der Baumaßnahmen
  • Ableitung konkreter Maßnahmen aufgrund von vertieften Lärm-, Schadstoff- und weiteren Umweltuntersuchungen, u.a. Lärmschutz
  • Bürgerbeteiligung

4. Genehmigungsplanung

  • Erarbeiten und Einreichen der Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren
  • Mitwirken im Planfeststellungsverfahren einschließlich Erörterungsterminen und Stellungnahmen
  • Vervollständigen und Anpassen der Planungsunterlagen

5. Ausführungsplanung

  • Zeichnerische und rechnerische Darstellung der Ergebnisse der Leistungsphasen 3 und 4 zu ausführungsreifen Plänen einschließlich Detailzeichnungen
  • Detailterminplan

6. Vorbereitung und 7. Mitwirkung bei der Vergabe

  • Mengenermittlung und Aufgliederung nach Einzelpositionen
  • Anfertigen der Leistungsbeschreibungen mit Leistungs-verzeichnissen
  • Festlegen der wesentlichen Ausführungsphasen
  • Zusammenstellen der Vergabe- und Vertragsunterlagen für alle Leistungsbereiche
  • Einholen, Prüfen und Werten von Angeboten
  • Verhandlungen mit Bietern
  • Fortschreiben der Kostenberechnung und Kostenkontrolle
  • Auftragserteilung

8. Bauausführung und Objektüberwachung

  • Erstellen der Bauausführung
  • Aufsicht über die örtliche Bauüberwachung Abnahme von Leistungen und Lieferungen
  • Übergabe der Objekte einschließlich der erforderlichen
  • Unterlagen
  • Kostenkontrolle

9. Inbetriebnahme/Projektabschluss/Restarbeiten

  • Aufsicht über die örtliche Bauüberwachung Abnahme von Leistungen und Lieferungen
  • Übergabe der Objekte einschließlich der erforderlichen
  • Unterlagen
  • Kostenkontrolle
  • Dokumentation

Das Projekt „Knoten Bamberg“ befindet sich in der Entwurfs- und Genehmigungsplanung und damit bereits im Planfeststellungsverfahren. Die Genehmigungsplanung kann hier auf der Internetseite der Regierung von Oberfranken eingesehen werden.

Das Planfeststellungsverfahren (PFV) ist ein förmliches Verwaltungsverfahren, das von der zuständigen Planfeststellungsbehörde, dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) geleitet wird. Im Verfahren wird geprüft, ob eine geplante Baumaßnahme rechtmäßig ist und in der geplanten Form und dem geplanten Umfang umgesetzt werden darf. Dabei werden die Belange der Vorhabenträgerin (hier DB InfraGO AG), der verschiedenen Betroffenen (z.B. Anwohnende) und die öffentlichen Interessen der Allgemeinheit gegeneinander abgewogen. Alle Betroffenen haben die Möglichkeit, sich zu beteiligen. So sollen sich widersprechende Interessen ausgeglichen werden. Teil des PFV ist ein Anhörungsverfahren, das alle Betroffenen einbezieht. Wenn das EBA am Ende des Verfahrens einen Planfeststellungsbeschluss erlässt, kann gebaut werden.

Das Eisenbahn-Bundesamt prüft die eingereichten Planungsunterlagen der Vorhabenträgerin (hier DB InfraGO AG) auf sämtliche rechtliche und technische Fragen, zum Beispiel ob die gesetzlichen Vorgaben zum Lärm- und Umweltschutz eingehalten werden. Die Regierung von Oberfranken fungiert als Anhörungsbehörde. Sie organisiert:

  • Auslegung der Unterlagen
  • Einwendungsphase
  • Erörterungstermine
  • Bündelung der Stellungnahmen

Die Planungsunterlagen werden in den betroffenen Kommunen entlang der Strecke öffentlich ausgelegt. Jede:r kann bei Bedarf Einwände in das Verfahren einbringen. Anschließend bezieht die InfraGO AG zu den Einwendungen Stellung. In einem Erörterungstermin werden Einwendungen und Stellungnahmen gemeinsam besprochen. Nach Abschluss des Anhörungsverfahrens übermittelt die Regierung von Oberfranken die Stellungnahmen, das Ergebnis der Erörterung sowie ihre abschließende Stellungnahme an das Eisenbahn-Bundesamt. Das Eisenbahn-Bundesamt entscheidet anschließend über den Planfeststellungsbeschluss. Berechtigte Einwendungen werden berücksichtigt und fließen in Form von Auflagen in den Beschluss ein. Der Beschluss ist die Baugenehmigung für die DB InfraGO AG. Weitere Infos zum Thema finden Sie auch auf den Seiten des Eisenbahn-Bundesamts.

Ein Planfeststellungsverfahren ist ein aufwändiges Verwaltungsverfahren und benötigt daher viel Zeit. Das liegt daran, dass große Infrastrukturvorhaben meist eine große Zahl an verschiedenen Betroffenheiten mit sich bringen. Allein durch die Menge und Komplexität der Einwendungen und Stellungnahmen dauert ein Planfeststellungsverfahren oft mehrere Jahre.

In Bamberg erfolgt ein wichtiger Lückenschluss entlang der Aus- und Neubaustrecke Nürnberg – Berlin (VDE 8). Die bestehende, elektrifizierte Strecke wird von Strullendorf kommend von zwei auf vier Gleise erweitert.  In Zukunft haben schnelle und langsamere Züge dann eigene Gleise und behindern sich nicht mehr gegenseitig. Das erhöht die Kapazität und steigert die Zuverlässigkeit der Bahnverbindungen. Der Knoten Bamberg selbst wird technisch vollständig erneuert. Zusätzlich werden die Gleisbeziehungen sowie Gleisanschlüsse in diesem Bereich optimiert.

Sämtliche Brückenbauwerke im Ausbauabschnitt werden angepasst oder ganz neu gebaut. Die vorhandenen Brücken sind zu schmal und in die Jahre gekommen. Die neuen Brücken bieten Platz für zusätzliche Gleise und breitere Verkehrsbereiche. Für die Menschen vor Ort bedeutet das vor allem eines: mehr Platz, mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden und eine bessere Aufteilung des Verkehrsraums. Dabei bleiben wichtige Sichtachsen erhalten, auch die gewohnten Wegebeziehungen bestehen künftig weiter. Im Süden der Stadt ist die neue S-Bahn-Station Bamberg-Süd geplant.

Sämtliche Gleise und Weichen im Knoten Bamberg werden vollständig erneuert, ebenso die Oberleitungsanlagen sowie die Leit- und Sicherungstechnik. Am nördlichen Ende des Bahnhofs bauen wir ein neues Überwerfungsbauwerk. Dabei handelt es sich um eine Eisenbahnbrücke, die Gleise über andere Gleise hinwegführt. Züge kreuzen sich somit nicht mehr auf gleicher Höhe, sondern fahren auf unterschiedlichen Ebenen übereinander hinweg. Das erhöht die Sicherheit und ermöglicht einen deutlich flüssigeren und zuverlässigeren Bahnbetrieb. Darüber hinaus wird ein neues Stellwerk errichtet.

Sobald wir den Planfeststellungsbeschluss erhalten, können wir die Bauausführung im Detail planen und informieren auf dieser Website über den aktualisierten Zeitplan. Wir streben eine Inbetriebnahme Mitte der 2030er Jahre an.

Auf unserer Projektwebsite werden wir unter Aktuelles rechtzeitig und kontinuierlich über geplante Bauarbeiten informieren und den Baufortschritt auf unserem Baustellenblog begleiten. Nachtarbeiten, besonders lärmintensive Bauarbeiten und solche, die mit Strecken- und Straßensperrungen oder anderen besonderen Beeinträchtigungen einher gehen, werden auf geeigneten Kanälen gesondert angekündigt. In unserem Infozentrum am Bahnhof Bamberg werden sich Interessierte persönlich über anstehende Baumaßnahmen informieren können.

Im Rahmen des Ausbaus und der Erneuerungsarbeiten werden sämtliche Brückenbauwerke im Bauabschnitt technisch und baulich angepasst oder ganz neu gebaut. Die Wegebeziehungen bleiben erhalten. Sobald die Planungen zu den Bauwerken final abgestimmt sind, informieren wir auf dieser Projektwebsite über die geplanten Maßnahmen und damit einhergehende Einschränkungen.

Grundlage für den Schallschutz ist die 16. Bundes-Immissions-Schutz-Verordnung (16. BImSchV). Sie regelt die Anspruchsberechtigungen auf Schallschutzmaßnahmen. In reinen Wohngebieten müssen beispielsweise tagsüber Immissionswerte von 59 Dezibel (dB(A)) eingehalten werden, in der Nacht 49 dB(A).

Immissionsgrenzwerte_Grafik.png

Beim Neubau sowie der wesentlichen baulichen Änderung von Strecken müssen zur Lärmvorsorge Schallschutzmaßnahmen umgesetzt werden. So wird dafür gesorgt, dass der Lärmpegel die Grenzwerte der 16. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) nicht übersteigt. Die betrifft auch den Aus- und Umbau im Knoten Bamberg und seine Zulaufstrecken. Gemäß aktuellem Planungsstand sind überwiegend Schallschutzwände in der Höhe von zwei bis vier Metern geplant. Lediglich im Bereich der Abstellanlage Nordost sind bis zu fünf Meter hohe Schallschutzwände vorgesehen. 80% der Betroffenen werden durch diese aktive Maßnahme optimal vor Lärm geschützt. Die verbleibenden 20% werden durch passive Maßnahmen geschützt, etwa durch den Einbau von Schallschutzfenstern oder Lüftern. Der Planfeststellungsbeschluss regelt, wo Anspruch auf passive Schallschutzmaßnahmen besteht.

Aktive Schallschutzmaßnahmen kommen direkt an der Strecke zum Einsatz. Zu den aktiven Maßnahmen zählen Schallschutzwände, Schienenstegdämpfer oder das "Besonders überwachte Gleis“. Maßnahmen direkt an den Fahrzeugen, wie leisere Bremssohlen, mindern die Geräuschentwicklung zusätzlich. Passive Maßnahmen kommen zum Einsatz, wenn aktiver Schallschutz nicht möglich ist oder nicht ausreicht. Ein Beispiel sind Schallschutzfenster.

Der Planfeststellungsbeschluss regelt, wo Anspruch auf passive Schallschutzmaßnahmen dem Grunde nach besteht. Zum konkreten Ablauf informieren wir Sie rechtzeitig auf dieser Projektwebsite und über weitere geeignete Kanäle. In der Regel erfolgt die Umsetzung gemäß dem hier skizzierten Ablauf:

10 Schritte zum passiven Schallschutz

  1. Jedes Gebäude entlang der Bahnstrecke wird schalltechnisch erfasst.
  2. Im Rahmen der Planfeststellungsverfahren wird entschieden, welche aktiven und passiven Maßnahmen durchgeführt werden.
  3. Die Deutsche Bahn (DB) informiert nach Planfeststellungsbeschluss schriftlich Haus- und Wohnungseigentümer:innen über ihren möglichen Anspruch.
  4. Die Eigentümer:innen schicken das von der DB zugesandte Antragsformular ausgefüllt und fristgerecht zurück.
  5. Die Bahn entsendet Gutachterinnen vor Ort, die unter anderem die Fenster überprüfen, um das vorhandene Schalldämm-Maß zu berechnen.
  6. Die Gutachter:innen legen den Eigentümer:innen und der DB ihre Ergebnisse und mögliche Maßnahmenvorschläge vor.
  7. Entscheiden sich die Eigentümer:innen für eine Maßnahme, müssen sie der DB mindestens drei Angebote zur Prüfung vorlegen. Alternativ können Eigentümer:innen die Rahmenverträge der DB nutzen, so kann auf das Einholen der drei Angebote verzichtet werden.
  8. Die DB schickt den Eigentümer:innen eine Vereinbarung zur Erstattung der jeweiligen Kosten zu.
  9. Nach der Umsetzung aller Maßnahmen wird die fachgerechte Montage durch die DB oder Gutachter:innen überprüft.
  10. Die entstandenen Kosten übernimmt die DB.

Bei der Planung von Infrastrukturprojekten werden die möglichen Auswirkungen der Baumaßnahmen auf Natur und Umwelt genau untersucht. Fachleute bewerten sie und entwickeln bei Bedarf regulierende Ausgleichsmaßnahmen. Dieses Vorgehen wird durch zahlreiche Gesetze geregelt und sichergestellt. Für das Projekt "Knoten Bamberg“ wurden umfangreiche Umweltverträglichkeitsuntersuchungen durchgeführt. Dabei wurden die Auswirkungen auf Menschen und ihre Gesundheit ebenso berücksichtigt, wie die auf Flora und Fauna, Gewässer, Böden und Kulturgüter. Wenn wir den Verlust an Lebensräumen für Tiere und Pflanzen nicht vor Ort kompensieren können, ersetzen wir diese Lebensräume an anderer Stelle gleichwertig. Hierzu stimmt sich die Deutsche Bahn eng mit den örtlichen Umweltbehörden ab. Die Kompensationsflächen erwerben wir und sichern den Erhalt so dauerhaft.

Unvermeidbare Eingriffe in Natur und Landschaft werden durch umfangreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kompensiert. Im Bamberger Hauptsmoorwald entstehen auf über 33 Hektar neue und verbesserte Lebensräume – unter anderem durch die Wiedervernässung eines Sumpfwaldes, den Rückbau und die Entsiegelung ehemaliger militärischer Flächen sowie gezielte Waldentwicklungs- und Artenschutzmaßnahmen (z. B. für Zauneidechsen, Fledermäuse, Vögel und Insekten). Zusätzlich werden lichte Wälder mit Magerrasenflächen entwickelt.

Weitere Maßnahmen erfolgen auf Flächen der DB, der Stadt sowie Dritter. Insgesamt werden so über 50 Hektar Fläche ökologisch aufgewertet und dauerhaft als wertvolle Lebensräume gesichert.

Wenn Bahninfrastruktur saniert, modernisiert und ausgebaut wird, entstehen Klimaschutzeffekte aus der Verlagerung von Verkehren von der Straße auf die Schiene. Über den gesamten Lebenszyklus gesehen, werden die durch den Bau verursachten Emissionen durch eingesparte CO2-Emissionen damit mindestens ausgeglichen. Die Deutsche Bahn bekennt sich zu ihrer Verantwortung für die Erreichung der Klimaschutzziele in Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaschutzabkommen. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, CO2e-Emissionen beim Bauen weiter zu reduzieren. Mehr dazu hier: Zukunftsinitiative Bahnbau (ZIB)

Die Zwischenlagerung von Boden unterliegt strengen gesetzlichen Vorgaben, die sich aus dem Bundes-Bodenschutzgesetz ableiten. Sie stellen sicher, dass der wertvolle Oberboden mit seinen Mikroorganismen erhalten bleibt und keine unerwünschten Nährstoffe in die Lagerflächen gelangen. Der bei den Bauarbeiten abgetragene Boden wird systematisch erfasst: Er wird markiert, untersucht, beschrieben und in einem digitalen System dokumentiert. Wenn möglich, erfolgt die Lagerung direkt vor Ort. Dabei wird der Boden auf geeigneten, gesicherten Flächen zwischengelagert. Zusätzlich werden die Lagerflächen begrünt – die Durchwurzelung schützt den Boden vor Austrocknung und Erosion.

Zum Schutz des Wasserökosystems wird das Grundwasser regelmäßig überwacht – vor, während und nach den Bauarbeiten. Dabei werden sowohl Wasserstand als auch Wasserqualität kontrolliert. So wird sichergestellt, dass umliegende Gewässer nicht beeinträchtigt werden. Auch die Versickerungsanlagen werden nach strengen wasserrechtlichen Vorgaben geplant. Versickerndes Regenwasser wird durch eine sogenannte „belebte Bodenzone“ geleitet: Diese besteht aus humusreichem Oberboden, der das anfallende Wasser natürlich reinigt, bevor es ins Grundwasser gelangt. Bei Bauarbeiten mit tieferen Eingriffen in den Untergrund kommen zusätzlich sogenannte Spundwände zum Einsatz. Sie dichten die Baugruben ab, schützen das Grundwasser vor Verunreinigungen und ermöglichen es, den Grundwasserspiegel im Baufeld vorübergehend kontrolliert abzusenken.

Der Streckenausbau führt nicht zu einem höheren Hochwasserrisiko. In Überschwemmungsgebieten sind entsprechende Schutzmaßnahmen vorgesehen oder bereits umgesetzt. Dazu zählen unter anderem Mulden zur Speicherung von Wasser, Renaturierungsmaßnahmen, Durchlässe und der Ausgleich von Retentionsflächen.

Für den Ausbau des Bahnknotens Bamberg werden zwei zusätzliche Gleise gebaut und die bestehende Infrastruktur umfassend modernisiert. Dazu gehören die vollständige Erneuerung von Gleisen, Weichen, Oberleitungen sowie der Leit- und Sicherungstechnik. Zudem entstehen ein neues Stellwerk, eine zusätzliche S-Bahn-Station im Süden der Stadt und ein Überwerfungsbauwerk im Norden. Ergänzend werden Schallschutzwände errichtet und Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt.  

Für all diese Maßnahmen wird Fläche benötigt. Dabei gilt: Wir beschränken den Flächenverbrauch konsequent auf das unbedingt notwendige Maß. Schon gewusst? Der Flächenbedarf von Bahnstrecken ist deutlich geringer als zum Beispiel der von Autobahnen.

Bei der Inanspruchnahme von Flächen werden verschiedene Arten unterschieden:   

  • Erwerb von Flächen (Wechsel im Eigentumsverhältnis)  
  • Sicherung von Nutzungsrechten im Grundbuch   
  • Vorübergehende Inanspruchnahme während der Bauzeit  

Erworben werden Flächen, die für das Infrastrukturprojekt notwendig sind – zum Beispiel für Gleisanlagen, Stationen, Versickerungsbecken oder Rettungswege. Wenn kein Eigentum für die Deutsche Bahn erforderlich ist, werden im Grundbuch nur die Nutzungsrechte eingetragen und mit Dienstbarkeiten bestimmte Rechte geregelt. Die Eigentumsverhältnisse an den Grundstücken ändern sich hierbei nicht. Außerdem werden im Grundbuch eingetragen: Geh- und Fahrrechte entlang der Strecke, Rettungswege sowie Rettungsplätze für die örtliche Feuerwehr.   
Für die Durchführung der Bauarbeiten werden Flächen für Wege und Baustelleneinrichtung benötigt. Diese Flächen werden vorübergehend angemietet und nach Abschluss der Bauarbeiten wieder hergerichtet und zurückgegeben. 

Die Deutsche Bahn informiert bereits in frühen Planungsphasen über mögliche Flächeninanspruchnahmen. Im anschließenden Planfeststellungsverfahren werden die Planungen mit den Interessen von Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern sowie der Öffentlichkeit abgestimmt (siehe auch: „Planung und Genehmigung“). 

Das Verfahren schließt mit einem Beschluss des Eisenbahn-Bundesamts ab, in dem alle Belange sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Während des Verfahrens werden die Planunterlagen vier Wochen lang öffentlich ausgelegt. Dazu gehören auch der Grunderwerbsplan und das Grunderwerbsverzeichnis. Diese zeigen transparent, welche Grundstücke in welchem Umfang und zu welchem Zweck benötigt werden.

Die Deutsche Bahn bzw. ihr beauftragter Dienstleister nimmt rechtzeitig mit den betroffenen Grundstückseigentümer:innen bzw. Pächter:innen Kontakt auf. Ziel ist eine einvernehmliche vertragliche Regelung. Die Deutsche Bahn bietet dafür entsprechende privatrechtliche Verträge an. Die Höhe der Zahlungen orientiert sich am durchschnittlichen Preis der betroffenen Fläche, dem sogenannten „Verkehrswert". Dieser wird von einer/einem unabhängigen Sachverständigen in einem Gutachten ermittelt. Bei landwirtschaftlichen Betrieben bzw. Gewerbebetrieben werden betriebliche Sonderwerte berücksichtigt. Wenn zusammenhängende landwirtschaftliche Flächen durch das Bauprojekt getrennt werden, wird das ebenfalls berücksichtigt. Wenn Pachtflächen entfallen, werden auch Pächter von landwirtschaftlichen Flächen und Gewerbebetrieben entschädigt. Für die Belastung des Grundstücks mit Dienstbarkeiten wird eine einmalige Zahlung geleistet. Für die vorübergehende Nutzung von Flächen durch die Deutsche Bahn werden angemessene Ausgleichszahlungen geleistet, die sich am eingetretenen Erwerbsverlust orientieren.

Die Erfahrung zeigt, dass in fast allen Grundstücksfragen eine einvernehmliche Regelung getroffen werden kann. Gelingt dies in Einzelfällen nicht, so sieht das Allgemeine Eisenbahngesetz unter § 22 eine Enteignung gegen Entschädigung vor. Die Deutsche Bahn ist darüber hinaus berechtigt, Grundstücke bereits vor Abschluss eines Enteignungsverfahrens im Rahmen der vorzeitigen Besitzeinweisung in Anspruch zu nehmen

Die geplante Maximalgeschwindigkeit entlang der Strecke Nürnberg – Bamberg beträgt 230 km/h. Aktuell fahren die Züge zwischen Nürnberg und Bamberg maximal 160 km/h. Damit die Züge entlang der Ausbaustrecke Nürnberg – Bamberg zukünftig mit 230 km/h fahren können, muss die Strecke vollständig mit ETCS ausgerüstet werden. ETCS (European Train Control System) ist ein modernes, europaweit einheitliches Zugsicherungssystem für die Bahn. Es überwacht die Geschwindigkeit und den Abstand der Züge und sorgt so für einen sicheren und effizienten Bahnverkehr. Der ETCS-Ausbau zwischen Nürnberg und Bamberg wird abschnittsweise umgesetzt und mit dem Ausbau des Knoten Bamberg abgeschlossen.

Der Ausbau im Knoten Bamberg erweitert die Kapazität und stärkt die Leistungsfähigkeit der Strecke und sichert damit die infrastrukturellen Voraussetzungen für ein stabiles Fernverkehrsangebot auf der zentralen Nord-Süd-Achse. Gerade in einem stark ausgelasteten Netz ist leistungsfähige Infrastruktur entscheidend, um auch künftig attraktive Verbindungen anbieten zu können, sowohl von Metropole zu Metropole als auch in der Region. 

Darüber hinaus plant der Bund mit dem Deutschlandtakt ein bundesweit abgestimmtes Taktangebot im Schienenpersonenverkehr. Mit deutschlandweit konsequent aufeinander abgestimmten Anschlüssen werden mehr Reiseverbindungen und kürzere Umsteige- und Reisezeiten möglich. Das Projekt „Knoten Bamberg“ zahlt auf dieses Ziel ein. 

Derzeit passieren rund 450 Züge den Bahnknoten Bamberg, Tendenz steigend. Eine genaue Prognose für zukünftige Zugzahlen liegt noch nicht vor. 

Haben Sie Fragen zum Projekt?

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.