Teil-Inbetriebnahme des Gleiswechselbetriebs am Nürnberger Rangierbahnhof
Am 29.04.2026 ging der sogenannte Gleiswechselbetrieb (GWB) am Rangierbahnhof in Nürnberg in Betrieb. Damit ist ein wichtiger Meilenstein für den weiteren Bauverlauf der Güterzugstrecke erreicht. Aber auch kurzfristige Verbesserungen im Betrieb werden durch den GWB ermöglicht, der auch Teil der sogenannten “kleinen und mittleren Maßnahmen” der Deutschen Bahn ist.
Was bedeutet Gleiswechselbetrieb?
Anders als im Regelbetrieb, bei dem zweigleisige Strecken meist nur in einer Richtung befahren werden, können diese im Gleiswechselbetrieb in beiden Fahrtrichtungen mit vollständig technischer Sicherung befahren werden. Voraussetzung hierfür ist eine entsprechende signaltechnische Ausstattung, die Fahrten in beide Richtungen zulässt.
Der Vorteil: Züge können bei Bedarf auf das Nachbargleis, dem sog. Gegengleis, wechseln. Das erhöht die betriebliche Flexibilität, verbessert den Betriebsablauf bei Störungen und trägt insgesamt zur Stabilisierung des Zugverkehrs bei.
Neue Signale für mehr Flexibilität
Um den Gleiswechselbetrieb zwischen Nürnberger Rangierbahnhof und Hohe Marter zu ermöglichen, wurden von März 2025 bis Februar 2026 neue Bahnsignale errichtet und bestehende angepasst. Dafür waren umfangreiche Kabeltiefbauarbeiten inklusive Signalgründungsarbeiten notwendig und auch die Anpassungen im Stellwerk. Dabei wurden die Signale so angeordnet, dass die bestehenden Signale weiterhin die reguläre Fahrtrichtung steuern, während zusätzliche Signale speziell für die Gegenfahrtrichtung aufgebaut wurden. Insgesamt wurden unter anderem rund neun Kilometer Kabel, knapp 1,3 Kilometer Kabeltrog, neun neue Signale, ein neuer Signalausleger sowie ein Mehrgleisausleger errichtet.

Wichtiger Meilenstein für Güterzugstrecke
Für die Umsetzung der Güterzugstrecke mit Güterzugtunnel Fürth ist der GWB von besonderer Bedeutung.
Durch den Gleiswechselbetrieb kann der Verkehr zum Rangierbahnhof auch während der Bauarbeiten an der neuen Güterzugstrecke in beide Richtungen stattfinden. Der GWB ist daher zwingend notwendig, um die nächsten Baustufen planmäßig realisieren zu können. Daher wird der Gleiswechselbetrieb derzeit auch im nördlichen Abschnitt zwischen Fürth und Hohe Marter umgesetzt. Die Inbetriebnahme dieses Bereichs erfolgt voraussichtlich Ende 2026.



